Das Weinjahr aus Sicht eines Winzers …

Helmut Piewald, Spitz an der Donau/Wachau

Familie Piewald

Familie Piewald

Helmut Piewald

Helmut Piewald

Nach einem zeitlich durchschnittlichem Austrieb (zweite Aprilhälfte), begann die Entwicklung der Reben ganz normal. Die Winterfeuchtigkeit war zwar etwas knapp, aber es war dennoch genug Feuchtigkeit vom Vorjahr vorhanden. Aber die folgenden hohen Temperaturen und damit verbunden auch sehr trockene Phasen hatten keinen wesentlichen Einfluss. Das Wachstum und die Entwicklung der Reben verliefen im Großen und Ganzen trotzdem normal.

Konsumenten fragten, ob die andauernde Hitze noch gut für die Qualität des Weines ist? Hierzu kann man verallgemeinert keine eindeutige Stellung beziehen.

Riede Zornberg

Riede Zornberg

Weinreben sind ja als Tiefenwurzler sehr strapazierfähig und können auch längere trockene Phasen gut verkraften. Bei „Grüner Veltliner“ und „Gelber Muskateller“, die zu viele Trauben am Stock hatten, wurde die Menge stark reduziert. Das „Ausdünnen“ des Fruchtansatzes kam den restlichen Trauben im Wasserhaushalt und Nährstoffangebot sehr zu Gute.

„Riesling“ und „Neuburger“, die auf kargeren Böden stehen, waren im Traubenansatz nicht sehr stark. Zudem sind die Lagen Zornberg, Biern und Kalkofen großteils bewässert.

Riede Kalkofen

Riede Kalkofen

Die Hitze und Trockenheit hat einerseits zur Folge, dass die Reifeentwicklung überdurchschnittlich schnell fortschreitet, aber durch die anhaltende Trockenheit die Wachstumsaktivität der Rebstöcke doch wieder gebremst wird.

Für die Qualität ausschlaggebend werden sicherlich die letzten August- und ersten Septemberwochen sein. Regen ist für die Weiterentwicklung der Trauben zurzeit sehr wichtig.

Riede Biern

Riede Biern

(Momentan – Mitte August – regnet es) Auch kühleres Wetter, vor allem kühle Nächte sind jetzt angesagt, die für die Aromaausprägung sehr entscheidend sein werden.

Aber das Match ist offen bis zum Schluss – Geduld und Fingerspitzengefühl sind dann die wichtigsten Faktoren für einen guten Jahrgang.

Also: Jedes Jahr eine neue Herausforderung …

© Piewald Spitz/Donau, Weinremise Hörbranz 2015